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Einblicke ins urzeitliche Korallenriff

Der tiefe Einblick ins Innere des Kalkstein-Sattels ist zugleich ein Blick weit zurück in die Erdgeschichte, denn der im Abbau aufgeschlossene Massenkalk ist das älteste Gestein der Gegend. Es entstand aus den Ablagerungen eines Korallenriffs, vor ca. 380 Millionen Jahren, im Erdzeitalter des Devon.

 

Bedingt durch die Kontinentalverschiebung lag das heutige Mitteleuropa am Äquator, das Klima war tropisch. Im flachen, sonnendurchfluteten Wasser des Devonmeeres entwickelten sich Korallenriffe. Die Riffbewohner, vor allem Korallen und sogenannte Stromatoporen (eine ausgestorbene Art, wohl mit den noch heute vorkommenden Schwämmen verwandt) haben im Laufe des mittleren Devon in etwa 5 Millionen Jahren mächtige Riffkörper aufgebaut.

 

Die Lebewesen des Korallenriffs bildeten Kalkschalen. Diese Kalkschalen und Kalkabscheidungen der Riffbewohner ließen das Riff in die Höhe wachsen. Unter dem Gewicht des Riffkörpers sank gleichzeitig der Meeresboden langsam ab. So konnte der mehrere hundert Meter starke Massenkalk entstehen.

 

Durch Verschiebungen der Erdoberfläche wurde der Kalkstein stark zerklüftet. Die größeren Klüfte füllten sich mit jüngeren Ablagerungen, meist als tiefreichende Lehmschlotten in den Steinbruchwänden erkennbar. Entlang der Klüfte konnte später Wasser in den Kalksteinkörper eindringen. Das kohlensäurehaltige Wasser weitete durch Lösung die Klüfte (sogenannte „Verkarstung“ des Gesteins). Nach und nach konnten Höhlensysteme und unterirdische Fließwege des Wassers entstehen.

Der Raum Warstein-Kallenhardt (rot umkreist) vor 380.000.000 Jahren im mittleren Devon

 

 

Stein aus Kallenhardt

In Kallenhardt hat der Abbau von nutzbaren Gesteinen bereits eine sehr lange Tradition.

 

Stellsteine
Sogenannte „Stellsteine“ benötigte man für den Bau von Hochöfen. Bereits seit dem frühen 16. Jahrhundert gibt es Hüttenrechnungen aus dem Waldeckischen über Kallenhardter Stellsteine. Eine Lieferung ist aus dem Jahr 1607 für die Strycker Hütte bei Willingen überliefert.

 

Mühlsteine
Die Qualität Kallenhardter Mühlsteine war überregional bekannt. Sie wurden bis ins Münsterland geliefert, so z.B. nach Stromberg. Daneben gibt es Belege für Mühlstein-Lieferungen nach Oberkirchen (1658) und nach Brilon (1748). Die nach Brilon gelieferten zwei Mühlsteine kosteten damals 30 Reichstaler.

 

Sandstein
Aus Kallenhardter Sandsteingruben wurde Stein für verschiedene Bauten gewonnen – auch über die Kallenhardter Stadtgrenzen hinweg. So besichtigte im Jahr 1596 Baumeister Adam von Wildeshausen die Steinbrüche, um einige Fuder Stein für den Bau des neuen kurkölnischen Jagdschlosses in Hirschberg zu bestellen.

 

Kalkstein
Aus dem Jahr 1569 ist überliefert, dass das Anbrennen der Kalköfen mit einem festlichen Umtrunk der Bürger verbunden war. Schon früh wurde der aus dem Massenkalk gebrannte Kalk in die Gemeinden des Umlandes verkauft. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann der großflächige Abbau des Kalksteins, der an dieser Stelle eindrucksvoll zu sehen ist.