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Der Hohle Stein: Geschichte und Archäologie

Ausgrabungen im Hohlen Stein von Eberhard Henneböle und Julius Andree in den 20 er und 30 er Jahren des 20. Jahrhunderts erbrachten reiche Funde aus der späten Altsteinzeit und der vorrömischen Eisenzeit.

 

Aus den Funden aus der Altsteinzeit lässt sich ein lebendiges Bild der Vorgeschichte rekonstruieren: Eine Rentierjägergruppe benutzte den Hohlen Stein am Ende der Eiszeit als Jagdquartier. Sie bereiteten Waffen und Werkzeuge vor – zahlreich waren die Funde sogenannter Stielspitzen, typischer Feuerstein- Pfeilspitzen der Rentierjäger. Ein besonderer Fund ist der Zahn eines Wolfes (oder Hundes), der durchbohrt war, um an einer Schnur um den Hals getragen zu werden: Er ist das älteste bisher in Westfalen gefundene Schmuckstück.

 

Hier im Lörmecketal erwarteten die Rentierjäger den Frühjahrszug der Rentierherden, die am Ende der Eiszeit das Gebiet beweideten. Im Frühjahr zogen die Rentiere aus der Tiefebene auf die höher gelegenen Sommerweiden des Sauerlandes. An der Engstelle, die der Hohle Stein im Lörmecketal bildet, konnten die Rentierjäger schnell eine große Zahl Rentiere erbeuten. Rund um den Hohlen Stein wurde die Beute anschließend weiterverarbeitet.

 

In der Vorrömischen Eisenzeit – ca. 750 v.Chr. bis zur Zeitenwende – diente die Höhle nach Ausweis der Funde als Begräbnisplatz. Ein immer wieder behaupteter Zusammenhang mit der Nibelungensage kann dagegen nicht belegt werden.

 

Besonders spannend: Im 30jährigen Krieg diente die Höhle Falschmünzern als Unterschlupf, die dort 6 Pfennig-Stücke der Stadt Werl fälschten.

Am Hohlen Stein vor 11.000 Jahren: Rentierjäger der sogenannten „Ahrensburger Kultur“ stellen eine durchziehende Rentierherde an der Engstelle des Lörmecketals am Hohlen Stein.

 

 

Zeittafel Hohler Stein

380.000.000
Jahre vor heute,
Erdzeitalter Devon –
Der Massenkalk entsteht aus
Korallenablagerungen im Devon-Meer.

 

300.000.000
Jahre vor heute,
Gebirgsbildung –
Zerklüftung des Gesteins durch
Gebirgsbildungsprozesse.

 

11.000
Jahre vor heute,
End-Altsteinzeit –
„Ahrensburger Rentierjäger“
besiedeln den Hohlen Stein.

 

2.500
Jahre vor heute,
Vorrömische Eisenzeit –
Funde deuten darauf hin, dass
der Hohle Stein in dieser Zeit als
Begräbnisplatz diente.

 

1590
Frühe Neuzeit –
Ein Schäfer des Schlosses
Körtlinghausen sucht in der
Höhle Zuflucht vor Wölfen.

 

Um 1620
Frühe Neuzeit –
Im Hohlen Stein wird eine
Falschmünzerwerkstatt betrieben.

 

1813
Neuzeit –
Der Sattler und Riemenschneider
Föhring bewohnt den Hohlen Stein.

 

1928 - 1934
Neuzeit –
Eberhard Henneböle (Rüthen)
und Julius Andree (Münster) führen
Ausgrabungen im Hohlen Stein durch.